Damen: Unnötige Cup-Niederlage gegen die Shooters


Cup 1/16 Final Frauen: SG Mythen-Shooters/Muotathal – HC Einsiedeln 20:19 (7:10) Das Spiel um die goldene Ananas wurde mit dem knappmöglichsten Vorsprung vom Rivalen aus dem Talkessel gewonnen. Die Einsiedlerinnen machten sehr viel richtig, verpassten aber mehrmals eine frühzeitige Vorentscheidung. Bereits am Sonntag kann man dies im ersten Heimspiel besser machen.

Der HCE machte aufgrund der „Wichtigkeit“ der Partie ein Experiment und deckte enorm offensiv. Eine Mischung kompletter Manndeckung im Rückraum und einem 3:3 System machte wie erwartet den Shooters grosse Probleme. Der HCE hatte die Gegnerinnen komplett im Griff und zeigte eine bärenstarke defensive Leistung. Grösstes Manko war allerdings schon in der ersten Halbzeit das erfolgreiche, oder eben nicht, umschalten in die Offensive. Mehrmals liess man offene Tormöglichkeiten verstreichen oder war zu überhastet beim auffinden der freien Mitspielerin. Gleich reihenweise misslang dies, was schlussendlich für den betriebenen Aufwand deutlich zu wenig Ertrag darstellte. Die Shooters waren mit dem 3-Tore-Rückstand zur Pause sehr gut bedient.

Die zweite Halbzeit war dann lange ein Ebenbild. Der HCE deckte weiter offensiv mit anständiger Leistung und die Shooters mühten sich ab. Auch wenn es nun vereinzelt etwas einfacher gelang, den Abwehrriegel des HCE zu knacken, rannten sie die ganze Spielzeit einem Rückstand hinterher. Der HCE seinerseits machte ebenfalls im gleichen Rahmen weiter und leistete sich den Luxus, weiterhin glasklare Chancen nicht zu nutzen. Wohlgemerkt, mit Chancen meint man freie Abschlüsse vor dem Torhüter. Da man dies leider bis am Schluss durchzog, kamen die Shooters tatsächlich noch einmal heran, respektive gingen gar mit einem Tor in Führung. Knackpunkt im System des HCE war die doppelte Überzahl, welche man nicht ausnutzen konnte. Die Shooters rochen Lunte, und konnten erstmals im Spiel zwei schnelle Tore in Serie werfen. Der HCE war nun unter Druck und liess sich in der Deckung unnötig verunsichern. Der letzte Angriff war dann ein Sinnbild des Spiels. Obwohl klar abgemacht wurde, was in den letzten 30 Sekunden gespielt wird, fand man den spielerischen Faden nicht und musste völlig unnötig als Verlierer vom Platz. Sorgen muss man sich beim HCE deswegen keine machen. Solange man so viele Chancen hat, wird es auch wieder anhängen. Somit kann man diese Niederlage auch als Betriebsunfall beiseite schieben.

Natürlich ist es eine Niederlage. Natürlich hätte man sehr gerne gewonnen. Am Schluss ist es aber immer noch ein Sammeln von Erfahrung. Für die Einsiedlerinnen sind viele Situationen immer noch Neuland. Das wird sich im Verlauf der Saison ausgleichen. Die Shooters konnten zwar ihr Image als rabiate Holzfäller-Truppe nicht ablegen, wurden aber von den beiden Unparteiischen auch nicht daran gehindert. Insofern war dies nichts anderes als richtig umgesetzt und dem Massstab der Schiedsrichter angepasst. Ob man damit immer durchkommt wird sich bereits am Sonntag in Einsiedeln zeigen. Der HCE wird zuhause ganz anders auftreten und seine Haut sehr, sehr teuer verkaufen. Im Hinterkopf darf man dabei immer noch behalten, dass die Shooters ja eigentlich der SPL2-Absteiger sind, und der HCE der 2. Liga Aufsteiger.

Bereits vor dem Spiel zeigte sich eine sehr amüsante Szene. Der Trainer der Shooters verweigerte dem HCE das Mitbenutzen ihrer Harzbüchse, was doch auf dieser Stufe eher ein Peinlichkeit gleichkommt. Beim HCE war zuletzt die nun leider verletzte Nada Schweyer dafür zuständig, dass immer Harz dabei ist, was intern nun nicht geklappt hatte. Ein weiteres Zeichen dafür, dass man auf Seiten der Shooters wohl doch mehr Respekt hatte, als man vermuten könnte. Ein Zeichen, dass für den HCE spricht.

HC Einsiedeln: Stefanie Horat (1.-60.), Eniko Dobos; Gianna Ribbers, Janine Baumgartner, Simone Trütsch, Corina Bösch, Martina Trütsch, Jacqueline Hasler-Petrig, Jolanda Schädler, Heike Maurer, Kathrin Füchslin, Laura Vechiu, Nadine Schnellmann, Angela Villiger