Herren 1. Liga: Zum Schluss vom Murianer Schnellzug überholt


Nach einer schwierigen Trainingswoche musste der HC Einsiedeln nach gutem Beginn eine bittere Niederlage einstecken. Gegen den TV Muri spielte man gut 20 Minuten wacker mit, um dann am Schluss aber einzubrechen.

Christoph Sutter, Raphael Burkard definitiv verletzt. Edvinas Vorobjovas mit Wädenswil unterwegs. Daniel Varga und Janis Grisanovs ohne Training. So mussten die Schwyzer zum enorm wichtigen Auswärtsspiel nach Muri fahren. Schwierig und ungewiss verlief deshalb auch die ganze Vorbereitung. Aber auch der TV Muri musste mit Tobias Kaufmann auf einen Topskorer verzichten. Da neben Grisanovs auch Varga (zumindest im Angriff) doch mitmachen konnte, musste das Trainerteam Betschart/Bingisser doch nicht alles umstellen. Jene Mannschaft die sich beide Punkte ergattern konnte, sollte sich im oberen Tabellenbereich festsetzen. Dementsprechend gingen die Schwyzer auch ins Spiel. Gleich 2mal war Beyer auf Aussen für die Gäste erfolgreich. Der Ball lief flüssig durch die Reihen von Einsiedeln und sie kamen so immer wieder zu Toren. Da auch die Abwehr im Spiel 6 gegen 6 einigermassen gut funktionierte, konnte man sich leicht absetzen. Die ersten 12 Minuten lag der HCE immer mindestens 2 Tore in Führung. Der einzige Spieler der die Gäste einfach nicht unter Kontrolle bringen konnte, war Muri’s Aussen Femiano. Er erzielte Tore aus allen Lagen und hielt seine Farben im Spiel. Kurz vor der Mitte der ersten Halbzeit glich Muri zum ersten Mal seit dem Anpfiff wieder aus. Einsiedeln legte aber wieder vor und lag bis zur 21. Minute weiterhin vorne. Leider häuften sich in den letzen 10 Minuten vorne die Fehler, die dem Heimteam immer wieder durch schnelle Gegenstösse einfache Tore ermöglichten. Als Einsiedeln dann auch noch einen Penalty versiebte, konnte Muri zum ersten Mal mit 2 Treffer in Führung gehen. Diesen Abstand hielten sie dann auch bis zum Ende der ersten Hälfte. Die Seiten wurden beim Stand von 18:16 gewechselt. Mit der Angriffsleistung konnte Einsiedeln mehrheitlich zufrieden sein, allerdings waren die 18 Gegentreffer doch einige zu viel.

 

Die jungen Murianer spielten sich in einen Rausch

Das Spiel der Schwyzer sollte im zweiten Umgang vorne wieder konzentrierter und geduldiger ausgetragen werden, um dem Gegner wieder gefährlich zu werden und ihnen nicht die einfachen Tore zugestehen. Die Umsetzung gelang die ersten Minuten allerdings nicht wie erhofft. Muri vergrösserte den Abstand innert zwei Minuten gleich auf vier Treffer. So einfach gaben sich die Gäste dann aber doch (noch) nicht geschlagen. Sie fanden den Faden wieder und stellten den alten Abstand wieder her. Nach 2/3 der Spielzeit führten die Aargauer mit 23:21 und es sah nach einer spannenden Schlussphase aus. Diese Hoffnung sollte dann aber nicht eintreffen. Drei Fehler am Stück ermöglichte dem TV Muri den Vorsprung wieder zu vergrössern. Einsiedeln hielt sich weiterhin einigermassen in der Partie und konnte in der 49. Minute den Rückstand bis auf 2 Längen verkürzen. Die letzten 10 Minuten gehörten dann aber nur noch dem Heimteam. Sie nutzen alle Fehler der Gäste rigoros aus und überrollten den HCE regelrecht. Innert 7 Minuten zogen sie ebenso viele Treffer davon und kamen schlussendlich zu einem klaren und auch verdienten Sieg. Einsiedeln war dem Tempo von Muri einfach nicht gewachsen und schlitterte so in eine klare Niederlage. Es Spiel endete so in einer 37:30 Schlappe wie schon eine Woche zuvor gegen Wohlen.

 

Das Ziel nicht aus den Augen verlieren

Mit der Niederlage gegen Muri liegen die Schwyzer nun schon 4 Punkte hinter Rang 3 und Muri zurück. Doch auch wenn man sich vom Spiel etwas anderes erhofft hatte, sollte man jetzt den Kopf nicht in den Sand stecken. Es folgt jetzt noch eine Partie und zwar gegen das starke Uster vor der Nationalmannschaftspause. Am kommenden Mittwoch wird Einsiedeln klar als Aussenseiter ins Spiel gehen. Die Zürcher konnten sich als einziges Team bisher schadlos halten. Der TV Uster hat mit Ivan Ursic einen der erfolgreichsten Schweizer Spieler der letzten Jahre in den eigenen Reihen. Der ehemalige Nationalspieler Ursic trat bisher zwar nicht als Topskorer auf, doch er hilft seinem Team mit Erfahrung und Routine. Einen wirklichen Topskorer kann man bei Uster bisher noch nicht ausmachen. Ihre Stärke liegt klar im Kollektiv, was sie genau schwierig auszurechnen macht. Nächsten Mittwoch um 20:40 Uhr bekommt es Einsiedeln also mit den starken Zürchern zu tun. Um gegen Uster etwas ausrichten zu können sollte der HCE zum ersten Mal über 60 Minuten gut spielen. Es wird das letze Spiel vor der Nationalmannschaftspause sein, in der die angeschlagenen Spieler ihre Wunden lecken können, um dann ab Mitte November wieder voll eingreifen zu können. Also nochmals Vollgas geben und anschliessend pausieren. Auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung hofft der HCE.

 

Telegramm

Handball 1. Liga:

TV Muri - HC Einsiedeln 37:30 (18:16)

SR Häner, Maurer

Zuschauer: 315 gut gezählt

 

Einsiedeln mit:

Theo Ulrich, Roman Achermann

Janis Grisanovs (8), Skirmantas Pleta (5/1), Daniel Schmid (5), Michael Schmid, Elias Rothlin, Manuel Horat (1), Lukas Schönbächler (2), Daniel Varga (5/1), Carlo Beyer (5), Martin Betschart, Valentin Flückiger.