Herren 1. Liga: Ausblick 2018/2019


Sicherer Ligaerhalt und Kaderplanungen grundsätzlich abgeschlossen. Die 1. Liga Saison ist an diesem Wochenende zu Ende. Das Saisonziel ist erreicht. Man wird auch in der kommenden Saison in der 1. Liga auf Punktejagd gehen. Gemessen an der Vorbereitung muss man damit mehr als zufrieden sein. Die Weichen für die kommenden Saisons sind nun gestellt. So früh wie wohl noch nie, was einem positiv in die Zukunft blicken lässt.

Auch wenn der Modus in der 1. Liga nur den wenigsten Vereinen positiv in die Hände spielt, konnte man trotz unsicherem Ausgang der Saison, die Planungen vorantreiben. Der Modus erlaubt es leider nur den Finalrundenteams, die darauffolgende Saison frühzeitig zu planen. Die Verantwortlichen konnten dies allerdings gut aufgleisen und im Gegensatz zum letzten Sommer mit Weitsicht agieren.

 

Eines vorweg. Cheftrainer Christoph Tschannen bleibt an Bord. Er hat das Team auf die Rückrunde übernommen und alles andere als eine einfache Aufgabe positiv gelöst. Das Ziel war klar der Ligaerhalt. Und diesen hat man geschafft. Als Tabellenletzter der Vorrunde, hat er das Team in der sehr harten Abstiegsrunde ganz nach vorne geführt und den sicheren Ligaerhalt geholt. Hierfür gebührt ihm ein grosses Dankeschön. Unterstützung hat er von Erich Schelbert erhalten, welcher ein Training die Woche geleitet hat und zuletzt für ein Spiel das Coaching übernommen hat. In welche Richtung dieses Engagement weitergezogen wird, ist noch Gegenstand von Gesprächen, welche noch stattfinden. Als weitere Unterstützung wird Fabian Baumgartner ins Betreuerteam rutschen. Er ist seit einem Jahr in Einsiedeln wohnhaft und bringt ebenfalls langjährige Erfahrung als Spieler mit. Unter anderem auch aus der 1. Liga. Auf dem Platz war Baumgartner oft das spielerische Gewissen, was er nun in Kombination mit seinen Stärken im Bereich der Emotionen sicher gewinnbringend einbringen kann. Diese drei Persönlichkeiten sollen das Team in die kommende Saison führen und weiter entwickeln.

 

Abgänge von Peter Lipovsky und Rücktritt von Markus Bösch

Im vergangenen Sommer musste man infolge interner Problemzonen innerhalb von wenigen Wochen einen halben Kader zusammenstellen. Dass dies nicht ganz reibungslos von statten gehen würde, war fast ein wenig absehbar. Daraus hat man aber im Laufe der Saison seine Lehren gezogen und entsprechend reagiert, auch wenn diese Aktionen nicht immer ganz einfach waren. Im Nachhinein waren alle Entscheide und Anpassungen wichtig und auch richtig. Damit solche Probleme zukünftig nicht mehr vorkommen, steht zum jetzigen Zeitpunkt praktisch bereits der ganze Kader. Man hat sich intensiv mit der Ausrichtung des Teams, dem vorhandenen Spielermaterial, sowie natürlich der zukünftigen Marschrichtung auseinander gesetzt. Bereits früh war klar, dass man die Anpassungen in erster Linie bei der Dynamik, sowie den Deckungsqualitäten vornehmen muss. Der Ausländer Peter Lipovsky verlässt den Verein. Mit Attila Jarosi, welcher eine gute Rückrunde gespielt hat, steht man aktuell in Gesprächen. Vielleicht ergibt sich hier noch eine Lösung, welche für beide Seiten passt. Dabei ist der HCE definitiv nicht unter Druck. Zukünftig leider nicht mehr dabei ist Markus Bösch. Der Einsiedler Linkshänder ist Mitte Dreissig und wird ab Sommer möglicherweise im Ausland unterwegs sein. Gleiches gilt für Manuel Horat. Der Flügelspieler macht eine Saison Pause um sich auch anderen Sachen zu widmen. Bei ihm hofft man natürlich, der er danach wieder verfügbar ist. Alle anderen Spieler bleiben dem Team erhalten. Die langjährigen Stützen um Janis Grisanovs, Christian Maag oder Daniel Varga sind auch in der kommenden Saison nochmals im HCE Dress unterwegs. Gleiches gilt für Mark Schelbert. Die kommende Saison steht ganz im Zeichen einer Anpassung des Spielstils an die heutigen Tugenden, welche den Handballsport so attraktiv machen. Ebenfalls nicht mehr dabei sein, werden die beiden Goldauer Fabian Reichmuth, welcher sich dem 2. Liga Team des KTV Muotathal anschliesst und Patrick Henseler. Der junge Goldauer schliesst sich ebenfalls dem KTV Muotathal an, bei dem er mehr Möglichkeiten auf Einsätze erhalten werden wird, sei es in der 2. Liga oder der 1. Liga. Beim HCE kann man im Bereich Leistung leider nur die 1. Liga anbieten. Und hier sind seine Aussichten auf Einsätze eher begrenzt, um über eine ganze Saison genug Spielzeit für die Entwicklung zu sammeln. Bei Kreisläufer Kevin Enz ist tendenziell damit zu rechnen, dass er kommende Saison nicht verfügbar ist. Er wird sich seiner Ausbildung widmen. Allenfalls wird er aushelfen, sollte Not am Mann sein.

 

Zuzug der Gebert-Brüder, Claudio Meier, Stefan Lütscher und Kostas Tsamesidis

Alle personellen Zuzüge zielten darauf, mehr Qualität in Tempo, Dynamik und/oder Deckungsverhalten zu erzielen. Ebenfalls legte man grossen Wert auf die Persönlichkeit des Spielers, sowie, infolge der wenigen, eigenen personellen Ressourcen, auch einer gewissen Verbundenheit zum Verein. Ebenfalls ein wichtiger Punkt, war das Alter des Spielers. Mit den fünf Zuzügen hat man sich hier sicher eine Basis geschaffen, mit welcher man arbeiten kann und positiv in die kommenden Saisons blicken darf. Ein weiterer Punkt war auch das Reduzieren der Abhängigkeiten der Rückraumspieler um Janis Grisanovs und Daniel Varga. Hier braucht man in Zukunft mehr Alternativen und Flexibilität bei den Spielen, um attraktiveren Handball zu bieten, welcher über die ganze Spielzeit mit dem nötigen Tempo und Einsatzbereitschaft durchgezogen werden kann. Das heutige Tempo kann ein Spieler im Normalfall nicht mehr über die ganze Spielzeit durchziehen. Daher war es enorm wichtig, hier Abhilfe zu schaffen.

 

Ein Überblick der „neuen“ Gesichter, welche man in Einsiedler Handballkreisen bereits mehrheitlich kennt:

 

Dewis Gebert (Jahrgang 1991 – von TV Uznach)

Der Rechtshänder spielt schon seit Jahren in der 2. Liga in Uznach. Hier hat er sich als Spielmacher und dynamischer Spieler einen guten Namen gemacht. Dewis Gebert gilt als Spieler, welcher sich in ein Spiel hinein beissen kann, und auch in der Deckung über Qualitäten verfügt. Er ist ein ruhiger Typ, welcher sich nicht scheut richtig zuzupacken. Leider hat er sich im letzten Spiel mit Uznach den linken Ellbogen ausgerenkt. Wie langer er noch ausfällt ist aktuell offen. Den Gips konnte er inzwischen ablegen. Es bleibt zu hoffen, dass er Anfang Juni zum Vorbereitungsstart bereit ist.

 

Maic Gebert (Jahrgang 1992 – von TV Uznach)

Maic Gebert ist der jüngere der beiden Gebert Brüder und möchte sich ebenfalls eine Liga höher beweisen. Der schnelle Uznacher hat sich die letzten Jahre zu einem beständigen 2. Liga Wert entwickelt. Er kann sowohl am rechten, als auch am linken Flügel eingesetzt werden und überzeugt durch sehr viel Tempo. Gleichzeitig gilt er als bissiger Spieler. In der aktuellen 2. Liga Saison hat er für Uznach knapp 100 Tore erzielt, was einem sehr guten Wert entspricht. Viel wichtiger für den HCE ist allerdings das schnelle Umschaltvermögen des Uznachers. Mit seiner Einsatzbereitschaft wird er den Zuschauern viel Freude bereiten.

 

Claudio Meier (Jahrgang 1991 – von TV Uznach)

Über Claudio Meier muss man eigentlich nicht viel sagen. Der Uznacher spielte bereits mehrmals für den HCE. Seine Schnelligkeit und seine Dynamik werden das HCE Spiel deutlich unberechenbarer machen. Claudio Meier verzückte das Einsiedler Handballpublikum bereits oft mit seinem Spielstil und wird es nun in der kommenden Saison wieder machen. Claudio Meier ist vielseitig einsetzbar, sei es im Rückraum, oder auch am linken Flügel. Auch in der aktuellen 2. Liga Saison steht er wieder ganz vorne in der 2. Liga Torschützenliste und hat über 140 Tore geschossen.

 

Stefan Lütscher (Jahrgang 1992 – von SG Kloten/Rorbas)

Der Bruder von HCE-Spielerin Martina Lütscher wird in der kommenden Saison für den HCE seine Knochen hinhalten. Er hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte erzielt und darf sich inzwischen Modellathlet nennen. Er ist knapp 2 Meter gross und bringt viel Wasserverdrängung mit. Als Deckungsspezialist und emotionaler Leader kann er ein Team mitreissen. Er ist auf allen Positionen in der Verteidigung einsetzbar und sollte das brüchige HCE-Gefüge in der Deckung besser machen. Im Angriff wird er in erster Linie als Kreisläufer agieren. Hier hat er sich mit knapp 100 Toren in der letzten Saison positiv empfohlen. Seine Art alles zu geben, wird das Team positiv beeinflussen. Damit stehen drei Kreisläufer zur Verfügung, welche alle über gute Qualitäten in der Verteidigung verfügen.

 

Kostas Tsamesidis (Jahrgang 1996 – aus Griechenland)

Der Abgang von Markus Bösch wird mit einem Talent aus Griechenland ersetzt. Der junge Grieche kann bereits auf internationale Erfahrung blicken und gilt als grösstes Talent seines Jahrgangs in Griechenland. Der Spieler war auch von anderen Teams umworben. Für diesen Spieler wird der HCE wohl nur eine Zwischenstation sein, welche aber mindestens zwei Jahre dauern wird. Tsamesidis ist Linkshänder und überzeugt mit Dynamik und Wurfkraft. Der Spieler ist im Juli noch mit der Griechischen Juniorennationalmannschaft unterwegs, daher erwartet man ihn erst per Anfang August in Einsiedeln. Wenn er hält, was man sich von ihm verspricht, wird man kommende Saison deutlich variabler im Angriffsspiel agieren können. Es ist allerdings ganz klar ein Spieler, welcher sich zuerst richtig integrieren muss. Der Spieler ist jung und verfügt über viel Potential. Ihm wird man aber sicher Zeit geben müssen, sein Potential auch umzusetzen. Mit 190 cm Grösse und 85 Kilogramm entspricht er genau dem heutigen Handballstandart um positiv auf sich aufmerksam zu machen. Das Team muss allerdings im August bereits soweit sein, dass es nicht davon abhängig ist, wie gut sich Tsamesidis eingliedern kann. Nur so wird man im Anschluss erfolgreich sein.

 

Neben diesen Zugängen erhofft man sich auch ein positives Eingliedern der Einsiedler Talente um Elias Rothlin (Rückraum) und Michael Rüegg (Torhüter). Beide bringen das nötige Rüstzeug mit, um dem Team zu helfen. Mit Robin Moser gibt es durchaus noch einen weiteren Spieler mit Potential, sofern er auch wirklich leistungsorientierter trainieren will. Ebenfalls besteht noch die Option, dass sich ein Einsiedler 3. Liga Spieler dem Team anschliessen wird. Hier stehen die Türen natürlich offen.

Mit diesen Mutationen sind die Planungen für die kommende Saison grundsätzlich abgeschlossen. Offen bleiben Zuzüge infolge Verletzungen oder wenn sich ein Glücksfall ergeben würde. Im Gegensatz zur letzten Saison wird man damit eine normale Vorbereitung absolvieren können und zum Saisonstart auch bereit sein. Das Ziel bleibt auch in der kommenden Saison das Erreichen der Finalrunde. Ein Ziel, welches wohl alle 1. Ligisten haben werden. Offen bleibt die Frage, wo man in der kommenden 1. Liga Saison eingeteilt wird. Ob es wiederum in der klar stärksten Gruppe sein wird, oder in einer weniger starken Gruppe, wie beispielsweise der Innerschweizer Gruppe.

 

Vorbereitung ab Anfang Juni und Trainingslager im August

Das Training startet nach einem Kick-off-Meeting Anfang Juni. Das Team wird bis zur Sommerpause drei Hallentrainings in der Woche absolvieren. Hier gilt es eine erste Basis für die kommende Saison zu legen. Im Juli werden die Spieler grösstenteils in Eigenregie an der körperlichen Verfassung arbeiten. Ab August stösst dann auch Kostas Tsamesidis zum Team. Mitte August wird man in Deutschland ein dreitägiges Trainingslager abhalten, ehe man in den Schlussspurt der Vorbereitung geht. Bis dahin will man den Teamgeist und die Spielqualität so gut beisammen haben, dass man mit Freude dem Saisonstart entgegenblicken kann. Sollte dies dem Team und Staff gelingen, darf man sich auf eine spannende Saison 2018/2019 freuen.