Herren 1.Liga: Grosse Chance verspielt


HC Einsiedeln - GC Amicitia 30:31 (17:16) Der HCE war zuletzt ein Meister der knappen Spiele. Gut möglich, dass man sich auch gegen GC Amicitia an diese Spielausgänge gewöhnt hat, und sich darum zu lange auf seine Effizienz verlassen hat. Leider musste man am Schluss dem Gegner beide Punkte überlassen. Für die Zwischenrangliste kein Beinbruch, aber die Aufgaben in den kommenden Spielen werden definitiv nicht einfacher. Die Zürcher haben verdiente zwei Punkte mitgenommen.

Der Zürcher Minikader, sie waren mit nur sieben Feldspielern angereist, liess beim HCE wohl einiges an Lethargie aufkommen. Dass der Kader aber durchaus seine Qualitäten hatte, wurde einem relativ schnell bewusst. Die Zürcher spielten eine mehrfach feine Klinge und setzten auf eine sehr einfaches Spiel. Das Tempo wurde, infolge des knappen Personalbestandes, stark verschleppt und im Angriff setzte man auf die Wurfstärke von Gregory Zimmermann. Der wurfgewaltige Rückraumspieler war es auch, welcher über die ganze Spielzeit, sofern seine Luft ausreichte, am meisten Gefährlichkeit ausstrahlte. Der HCE startete zwar gefällig in die Partie und ging mit zwei Toren in Führung, aber im Anschluss machte man den grossen Fehler sich dem Spieldiktat des Gegners anzupassen. Selber spielte man kaum eine druckvolle zweite Welle. Viel schlimmer, man lief aus der eigenen Hälfte bis zur Angriffsposition in lockerem Schritttempo. Somit erzielte man über die ganze Spielzeit praktisch kein einfaches Tor, obwohl man genau dies hätte tun sollen. Die Zürcher nahmen dieses Geschenk sehr dankend an und spielten munter ihren Stiefel runter. Sie blieben über die ganze erste Halbzeit immer am HCE dran. Zwischendurch zeigten auch andere Spieler ihre gute Ausbildung und erzeugten Gefährlichkeit. Der Gegner konnte körperlich zwar nicht mithalten und gewann auch nicht viele Zweifkämpfe, aber der HCE blieb auch in der Verteidigung mehrheitlich an der eigenen Linie kleben und begünstigte damit Abschlüsse aus der zweiten Reihe. Auch hier sah man oftmals die gute Ausbildung der Zürcher, welche den Einsiedler Emmentaler-Käse im Deckungsverbund reihenweise alt aussehen liess. Zur Pause konnte man dann doch zwei Tore Vorsprung erzielen. Hier wäre wohl besser gewesen, man wäre mit einem Rückstand in die Pause, damit man nicht auf Gedanken kommen konnte, dass es mit dieser Spielweise reicht. 

Die Zürcher hatten ihren Energiehaushalt soweit eingespart, dass sie nun mit weniger Rücksicht auf ihr eigenes Empfinden in die zweite Halbzeit starteten. Zumindest etwas mehr Tempo gab es jetzt zu sehen. Dies aber immer noch nur vom Gegner. Der HCE zeigte weiterhin eine schlechte Leistung und liess jegliches Tempoempfinden vermissen. Negativer Höhepunkt war dann nach rund acht Minuten eine doppelte Zeitstrafe der Zürcher. Man kam in Ballbesitz und brachte es aber im Anschluss fertig, auch jetzt in lockerem Schritttempo in den Angriff zu wechseln, ohne bereits mit der zweiten Welle Druck zu erzeugen. Schnell war klar, dass man mit solch einer Deckungsleistung und ideenlosem Angriffsspiel ohne Tempo, in einen engen Spielausgang rutschen würde. Der Zürcher Torhüter zeigte weiterhin gute Ansätze und holte den einen oder anderen Abschluss zu viel heraus. Nun wurde der Druck auf den HCE grösser. Als Folge davon scheiterte man gleich zweimal vom Siebenmeterpunkt. Speziell dem zweiten verschossenen Siebemeter haftet viel Unverständnis an. Die Zürcher rochen den Braten und liessen nun nicht locker. Mit ihren vorhandenen Mitteln holten sie weiterhin das Maximum raus und der HCE konnte sich im Verlauf der Partie nicht mehr steigern, mehr noch, man holte sich noch völlig unnötige Strafen ab. Die Verteidigung blieb blass und konnte über die ganze Spielzeit kaum einmal die nötige Spannung erzeugen. Und doch hätte es beinahe, unverdienterweise, am Schluss doch noch gereicht. Zuerst holte Torhüter Ulrich vier Minuten vor Schluss einen Siebenmeter raus. Es wäre eigentlich das vielumworbene Momentum gewesen, welches der HCE wieder auf seiner Seite hatte. Im Anschluss erzielte Christian Maag durch geschicktes Hinterläufen der Deckung den Führungstreffer. Im Anschluss kassierte man allerdings wieder den Ausgleich. Doch neunzig Sekunden vor Schluss war es Janis Grisanovs mit einem weiteren Treffer zur Führung. Alle Vorteile lagen nun auf Seiten des HCE. Da man aber einmal mehr nicht an Arbeit in der Deckung dachte, gelang den Zürchern der Ausgleich. Eine Minute vor Schluss konnte man im Angriff für zumindest eine Punkteteilung sorgen. Doch es passte zum Spiel, dass man mit einem technischen Fehler den Zürchern den Siegtreffer auf dem Silbertablett servierte. Der anschliessende Angriff blieb ohne Torerfolg. Der HCE musste sich über eine bittere aber aufgrund der Einstellung völlig verdiente Niederlage ärgern. Den Zürchern darf man zu einer sehr soliden Leistung gratulieren. Sie haben mit den vorhandenen Mitteln das Maximum herausgeholt und mit viel Intelligenz gesiegt.

Auch dieses Spiel hat gezeigt, dass es in erster Linie der HCE ist, welcher den Spielausgang bestimmt. Wenn man aber das Tempo dermassen verschleppt, gibt es gegen kein Team der Liga Punkte zu gewinnen. Mit dieser Niederlage erhöht man sich selber auch den Druck. Man muss davon ausgehen, dass man in den kommenden fünf Spielen im schlechtesten Fall noch fünf Punkte braucht. Im besten Fall reichten wohl noch drei Punkte. Wenn man das Team kennt, weiss man aber auch, dass man speziell bei Auswärtsspielen zuletzt überzeugt hat. So oder so muss in den kommenden Spielen eine klare Reaktion kommen. 


Sporthalle Einsiedeln - 100 Zuschauer

HC Einsiedeln: Theo Ulrich, Roman Achermann; Peter Lipovsky, Manuel Horat, Carlo Beyer, Kevin Enz, Michael Schmid (1), Markus Bösch (1), Christoph Sutter (1), Christian Maag (2), Attila Jarosi (3), Daniel Varga (5), Janis Grisanovs (5), Mark Schelber (12)