Herren 1. Liga: BSG Vorderland - HC Einsiedeln 25:29 (16:13)


Ob es die lange Anreise, die Einstellung des Teams, Verspätungen beim Treffpunkt, das Fehlen von Daniel Varga oder ganz einfach sonstige Einflüsse waren? Fakt ist, der HCE gewinnt mit dreizehn Minuten Handballsport ein Spiel, welches viel zu lange auf Messers Schneide stand am Schluss völlig verdient. Der Gast brauchte dafür allerdings auch das Unvermögen des Gegners, einen starken Torhüter Theo Ulrich, als er benötigt wurde, und ein Mark Schelbert in guter Torschusslaune. Diese Zutaten reichten aus, um zwei weitere Punkte auf dem Weg zum direkten Ligaerhalt abzubuchen. Auf dem Erfolg sollte man sich allerdings nichts, wirklich nichts, einbilden. Es sind zwei Punkte und das ist am Schluss das entscheidende.

Eingangs sprach man von dreizehn Minuten Handballsport. Der erste Teil gelang dem HCE zum Start. Die Vorsätze, den Gegner nicht zu unterschätzen und in der Deckung aktiv mitzuarbeiten schienen zu fruchten. Man stand solid und konnte innert weniger Minuten einfache Tore erzielen. Dem Gegner gab man mehrheitlich wenig erfolgsversprechende Abschlusspositionen und konnte schnell mit drei Toren in Führung gehen. Gespielt waren vier Minuten. Ab diesem Zeitpunkt war man eigentlich nicht mehr auf dem Platz. In der Verteidigung liess man den Gegner reihenweise wie durch Butter laufen und im Angriff lief der Ball wohl langsamer als in einem Abschlusstraining, bei dem man sich auf keinen Fall verausgaben sollte. Das Rückzugsverhalten glich mehrheitlich einer 4. Liga Mannschaft, welche sich in einem Trainingsspiel wähnte. Dies führte dazu, dass der Gegner zwar nicht wegziehen konnte, aber doch mit relativ wenig Aufwand das Spiel offenhalten konnte. Nach zweiundzwanzig Minuten hatte Coach Christoph Tschannen genug gesehen. Er nahm sein Timeout und stauchte seine Spieler auf eine Art und Weise zusammen, welche wohl selbst Daheimgebliebene, mit Windunterstützung, irgendwo im Ohr hatten. Im Anschluss wurde es leider nur unmerklich besser. Der HCE ging mit einem Dreitore-Rückstand in die Pause.

Just nach Anpfiff kamen weitere ansprechende HCE-Minuten. Innert zwei Minuten konnte man den Rückstand wettmachen und schien erstmals in der Spur zu sein. Dies war allerdings ein Trugschluss. Das Team nutzte den Schwung nicht, und versetzte sich wieder in die erste Halbzeit. Immerhin war man nun bereit in der Verteidigung etwas mehr zu agieren, was es dem Gegner doch nahezu verunmöglichte ein Tor zu erzielen. Ihr Aufwand für einen Torerfolg wuchs ins Unermessliche. Beim HCE liess man gefühlte zwanzig Chancen liegen, was die Nerven nur unwesentlich beruhigte. In der 52. Minute führte das Heimteam wieder mit einem Tor und man musste sich auf eine enge Kiste gefasst machten. Doch dann folgten die letzten brauchbaren Minuten. Bis zum Schluss des Spiels liess man kein Tor mehr zu und im Angriff gab man sich keine Blösse mehr, was dann doch zu einem Sieg ausreichte. Eigentlich unfassbar, dass solch eine Leistung am Schluss mit zwei Punkten belohnt wird. Doch wer fragt einen Tag später danach? Genau - niemand. Es sind zwei schmutzige Punkte, welche man gerne nimmt. Das waren nebst der Torhüterleistung, welche oft auch dem schwachen Schützen zu verdanken war, sowie der unnachahmlichen Art von Mark Schelbert zu verdanken, dass man am Schluss den Sieg abholte. Ob es korrekt ist mit dem Team so ins harte Gericht zu fahren ist schwierig abzuschätzen. Janis Grisanovs stieg mit einem Handicap ins Spiel und auch Daniel Varga fehlte dem Team. Und doch muss man sich sicher an den eigenen Ohren nehmen. Das Spiel blieb einzig und allein wegen der eigenen Leistung so lange offen.

Es ist nun eminent wichtig, dass sich die Spieler und das Team der aktuellen Lage bewusst werden. Jeder Angriff und jede Aktion in der Deckung können Ende Saison darüber entscheiden ob man die Liga auf direktem Weg hält, oder aber über eine Zusatzrunde muss. Das Team hat nun eine Woche Zeit um sich mit der nötigen Ruhe und Weitsicht auf die kommende Aufgabe vorzubereiten. Als Gast erwartet man den HC Arbon. Am kommenden Sonntag in Einsiedeln. Auch wenn das Tabellenschlusslicht aktuell mit Verletzungssorgen zu kämpfen hat, muss die richtige Einstellung auf den Platz. Zweimal in Serie geht die Rechnung mit solch einer schwachen Leistung nicht auf.

HC Einsiedeln: Theo Ulrich (47% Abwehrquote), Roman Achermann; Elias Rothlin, Fabian Reichmuth, Christoph Sutter (1), Mark Schelbert (17), Markus Bösch, Janis Grisanovs (3), Michael Schmid, Kevin Enz (2), Attila Jarosi (2), Patrick Henseler, Christian Maag (2), Peter Lipovsky (2)

Bemerkungen: HCE ohne Daniel Varga (gesperrt), Manuel Horat (verletzt), Janis Grisanovs angeschlagen