Herren 1.Liga: HC Einsiedeln - Pfader Neuhausen 33:35 (14:16)


Der HCE verliert ein Spiel, welches er aufgrund der Spielentwicklung niemals verlieren darf, am Schluss mit zwei Toren Unterschied. Neun Minuten vor Schluss lag man mit drei Toren im Vorsprung und schien wie der sichere Sieger auszusehen. Doch offene Abschlüsse, welche den Weg nicht ins Tor fanden und ein grosses Nachhelfen in der eigenen Deckung, ermöglichten den Pfadern einen Sieg, an welchen sie selber wohl kaum mehr geglaubt hatten.

Der Reihe nach. Trainer Christoph Tschannen schenkte zum Start der Partie Christoph Sutter im Rückraum das Vertrauen. Ebenso lief Manuel Horat am linken Flügel auf. Ihnen musste Jarosi und der gesundheitlich etwas angeschlagene Schelbert weichen. Die Pfader nutzten dies zu ihren Gunsten aus und gingen mit vier Toren in  Vorsprung. Bereits in dieser Phase musste man eklatanten Mängeln in der Deckung reden. Der HCE fand kaum einmal richtigen Körperkontakt, was auch das strafenlose Spiel am Schluss aufzeigte. Ganz anders der Gegner. Immer und immer wieder war man seitlich oder gar von hinten an den Einsiedlern dran, ohne dass Sanktionen erfolgten. Der HCE verpasste es allerdings bereits in dieser Phase, sich gleich zu verhalten und liess den Gegner mehrheitlich gewähren. Vor allem ihr Kreisspiel verdiente das Prädikat sehr gut. Der HCE schaffte bis zur Pause allerdings wieder den Anschluss. Immer dann, wenn die Abschlüsse über die Flügel kamen, konnte sich Theo Ulrich oftmals auszeichnen. Das Spiel war wieder offen.

Nach der Pause dauerte es vier Minuten und der HCE hatte das Spiel ausgeglichen. Nun übernahm der HCE das Spieldiktat. Immer wieder kam man relativ einfach zum Torerfolg. In der Verteidigung kämpfte man nun teils auch unglücklich mit Vorteilsentscheidungen der Schiedsrichter. Ganze fünf Siebenmeter bekam der Gegner zugesprochen. Der HCE konnte keinen Wurf von der Siebenmeterlinie ausführen, was doch auch nach dem Spiel für viel Gesprächsstoff sorgte. Der HCE liess sich allerdings nicht weiter beirren und musste nun auch mehrmals mangelndes Schlachtenglück beklagen. Gleich zweimal landete zwar ein Abpraller in den eigenen Händen, was zum direkten Gegenstoss führte, doch zweimal musste man den Ball wieder dem Gegner überlasse, da man im eigenen Kreis gestanden sein soll, oder war. Der HCE war nun das spielbestimmende Team und ging bis zur 51. Minute mit drei Toren in Führung. Knapp sieben Minuten vor Schluss erzielte Markus Bösch das 29:26. Der Sieg schien sehr nah. Der HCE hatte die Rechnung allerdings ohne Julian Vogelsanger gemacht, welcher zwei schnelle Tore erzielte. Der HCE liess nun über Daniel Varga und Kevin Enz zwei offene Abschlüsse liegen und war plötzlich unter Druck und mit einem Tor im Rückstand. Der Rückstand war in erster Linie der Unaufmerksamkeit in der Verteidigung zu verdanken. Hier brachte man es tatsächlich fertig, in der entscheidenden Phase haarsträubende Fehler zu begehen. Allen voran am Flügel zeigte man desolate Anfängerfehler, welche zu Torerfolgen führen. Am Schluss stand man in der Halle und verstand wohl die Welt nicht mehr richtig. Das Spiel endete mit 33:35 zugunsten der Pfader Neuhausen, welche diesen Sieg sicher sehr gerne mitgenommen haben, sich aber auch bewusst sein werden, dass man einiges Glück in Anspruch nehmen musste, damit man am Schluss als Sieger vom Platz ging. Klar ist auch, dass dies aber bereits heute niemanden mehr interessiert. Der HCE zeigte eine ansprechende Leistung im Angriff und muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, dass man einen miserablen Abend in der Deckung eingezogen hat.

Trotzdem darf man den Pfadern gratulieren. Sie waren zur Stelle, als es nötig war und liessen sich nicht zweimal bitten. Die Pfader waren gefühlsmässig der bislang stärkste Gegner. Erste Tendenzen scheinen ebenfalls erkennbar zu sein. Für den HCE gilt es nun bereits am kommenden Samstag gegen den BSG Vorderland ernst. Teams hinter dem HCE müssen ohne Wenn und Aber bezwungen werden.

 Sporthalle Einsiedeln - 60 Zuschauer

 HC Einsiedeln: Theo Ulrich, Roman Achermann; Christoph Sutter (2), Manuel Horat, Mark Schelbert (5), Markus Bösch (4), Daniel Varga (4), Michael Schmid (2), Kevin Enz (3), Attila Jarosi, Patrick Henseler, Christian Maag, Peter Lipovsky (1)