Herren 1: Wichtiger Sieg in den letzten Sekunden


HC Einsiedeln – HC Romanshorn 32:31 (14:16) Die 1. Liga Handballer sichern sich die ersten zwei Punkte im Abstiegskampf gegen den HC Romanshorn. Scheinbar geschlagen, feiern die Spieler unter dem neuen Trainerduo Tschannen/Kälin eine fulminante Aufholjagd, welche am Schluss durch ein Tor von Janis Grisanovs in letzter Sekunde, gekrönt wurde. Es war ein Spiel welches definitiv der Vorgeschmack auf sämtliche Abstiegsspiele war, man muss mit einer ganz knappen Kiste rechnen.

Der Start der Einsiedler gelang. Mark Schelbert erzielte bereits vor Ablauf der ersten Minute sein erstes Tor im HCE-Dress. Auch nach drei Minuten lag man weiter in Führung. Zu diesen Zeitpunkt sah man, dass der Gegner ebenfalls über solide Qualität verfügt und seine Tore leider zu einfach erzielte. Nach zehn Minuten war das Resultat ausgeglichen, wobei die Romanshorner ihre Tore etwas einfacher erzielten. Beim HCE bemerkte man, dass zwei Wochen Training unter einer neuen Führungscrew nicht ganz einfach im Spiel umzusetzen ist. Die Phase nach den ersten zehn Minuten waren dann zum vergessen. Der HCE liess einige glasklare Chancen liegen, darunter zwei Siebenmeter. In der Verteidigung fand man den Kontakt zum Gegner nicht und musste ihnen mehrere zu einfache Tore zugestehen. Innerhalb von zehn Minuten lag der HCE offenbar aussichtslos mit 8:16 im Hintertreffen. Acht Tore Rückstand waren gemessen am Spiel zwar deutlich zu viel, aber für die Bodensee-Truppe nicht unverdient. Nun folgte aber das erhoffte Aufbäumen. Die Romanshorner spielten nicht mehr gleich fehlerlos und musste mehrere einfache Tore einstecken. Dies gab dem HCE nun Auftrieb. Bis zur Pause bäumte man sich auf und liess endlich auch die Muskeln spielen. Es machte den Anschein, dass man nun endlich auch in der Verteidigung angekommen war, und fortan hatten die Gäste Mühe ihr Spiel erfolgreich in Tore umzumünzen. Bis zur Pause kam der HCE wieder auf zwei Tore an die Romanshorner ran, das Spiel war wieder ausgeglichen.

Ballbesitz für den HCE, Anspiel, Tor. Keine zwei Minuten waren gespielt, als der HCE erstmals den Ausgleich erzielte. In der Verteidigung machte man gleich weiter, wie ab der fünfzigsten Minute. Die Gäste taten sich nun deutlich schwerer in gute Abschlussposition zu kommen. Und wenn doch mal etwas glückte, zeigte Roman Achermann eine gute Performance im HCE-Tor. Ab nun wogte das Spiel hin und her. Keinem Team gelang es sich entscheidend abzusetzen. Mal lag der HCE mit zwei Toren vorne, dann wieder die Romanshorner. Der HC Romanshorn versuchte mit wechselndem Erfolg auch mal etwas offensiver zu decken, oder mit einer Manndeckung dem HCE Probleme zu bereiten. Dies gelang aber nur spärlich. Der HCE fand nun meistens ein Mittel, um im Spiel zu bleiben. In der dreiundfünfzigsten Minuten war das Spiel wieder ausgeglichen und dem HCE wurde eine Strafe gegen den stark aufspielenden Markus Bösch aufgebrummt. Zu diesen Zeitpunkt fand sich auch Kevin Enz mit einer Strafe auf der Bank. Dies waren natürlich schlechte Vorzeichen für den HCE. Eine doppelte Unterzahl in der entscheidenden Phase des Spiels. Doch der HCE kämpfte nun verbissen um die ersten beiden Punkte. Knapp zwei Minuten vor dem Ende erzielten die Romanshorner den Führungstreffer. Im Anschluss musste allerdings auch ein Romanshorner auf die Strafbank, was man durch Mark Schelbert zum wiederholten Ausgleich nutzte. Danach kämpfte man heroisch um den Ballbesitz. Dieser gelang, wurde aber durch einen sehr umstrittenen, technischen Fehler vom Einsiedler Hüter Achermann, wiederum verschenkt. Die Romanshorner nahmen darauf hin ihr Time-Out. Zu spielen waren noch rund fünfzig Sekunden. Die Einsiedler Deckung liess aber keine gefährliche Aktion mehr zu, viel mehr provozierte man einen weiteren technischen Fehler auf Seiten des HC Romanshorn. Zu spielen waren nun noch rund 35 Sekunden. Der HCE nahm nun seinerseits sein Time-Out. Im Anschluss liess man viel Zeit von der Uhr laufen und kam rund fünf Sekunden vor Schluss zum vielumjubelten Siegtreffer durch Janis Grisanovs. Dem HC Romanshorn blieb danach keine Zeit mehr, um nochmals in den Angriff zu kommen.

Der HCE zeigte eine kämpferisch starke Leistung. Es war zwar noch lange nicht alles goldig, was glänzte, aber der Einstand in die Abstiegsrunde gegen den fünftplatzierten aus der Vorrunde ist sicher geglückt. Wenn man bedenkt, dass gleich mehrere Spieler deutlich mehr Potential haben, als man schlussendlich auf den Platz brachte, dann zeigt dies klar in welche Richtung es gehen kann, wenn man an einem Strick zieht. Es sind die ersten zwei Punkte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es bleiben nun zwei Wochen um sich auf den nächsten, unberechenbaren Gegner GC/Amicitia vorzubereiten. Definitiv klar ist, dass die Basis in allen Spielen die Deckung sein wird. Wenn diese steht wie in den letzten 35 Minuten, dann wird man sicher in jedem Spiel um den Sieg mitreden können. Für die Moral ist dieser Sieg Gold wert und auch das Selbstvertrauen wird darunter sicher nicht leiden.

Sporthalle Brüel – 100 Zuschauer

SR Pirmin Baggenstos, Daniel Lütolf

HC Einsiedeln: Theo Ulrich (17% Abwehrquote), Roman Achermann (36% Abwehrquote); Fabian Reichmuth, Christoph Sutter, Manuel Horat, Peter Lipovsky (2), Markus Bösch (5), Mark Schelbert (8), Janis Grisanovs (3), Daniel Varga (5/4), Kevin Enz (5), Attila Jarosi (3), Patrick Henseler, Christian Maag (1)

Bemerkungen: HCE ohne Daniel Schmid (verletzt), Michael Schmid (verletzt), Carlo Beyer (verletzt)