Männer 1. Liga: Schwache zehn Minuten waren entscheidend


HC Einsiedeln – Seen Tigers 30:40 (13:21). Die Einsiedler Handballer verloren gegen einen starken Widersacher mit zehn Toren Unterschied. Gemessen am verfügbaren Personal der beiden Teams, ist die Niederlage durchaus nicht unerwartet. Die Art und Weise wie die Niederlage zustande kam, ist aber trotzdem ärgerlich und zeigt, wo der HCE noch Baustellen hat

Die Seen Tigers waren nach ihrer unerwarteten Niederlage gegen den TV Muri motiviert die ersten beiden Punkte abzuholen. Die Körpersprache war dann auch offensichtlich und zeigte aggressive und willige Zürcher. Der HCE hatte vor allem in der Deckung oftmals Mühe die mit Druck agierenden Auslösehandlungen zu unterbinden und fanden nur wenig Kontakt zum Gegner. Die Seen Tigers ihrerseits konnten sich auf ihre individuelle Klasse verlassen und kamen relativ einfach zu ihren Torerfolgen. Immerhin fand auch der HCE immer wieder Mittel und Wege seine Tore zu erzielen, was auf einen knappen Spielausgang hoffen liess. Doch leider verstand man es auch, zu viele Chancen liegen zu lassen. Unter anderem zwei Siebenmeter blieben unverwertet. Der Rückstand pendelte sich trotzdem konsequent bei jeweils zwei bis drei Toren Rückstand ein. In der zwanzigsten Minute erzielte Roland Sandor das zehnte Tor für den HCE, welche weiterhin am Gegner dran waren. Danach riss allerdings der Faden beim HCE. Eine Strafe und das darauffolgende Angriffsspiel, inzwischen gab man Janis Grisanovs eine Verschnaufpause, waren denn mehr Stückwerk, als geschlossene Leistung. Der HCE vertändelte im Angriff gleich mehrere Bälle, was der Gegner schonungslos zu einfachen Toren ausnützte. Das Team offenbarte in dieser Phase Abstimmungsprobleme, und liess sich die Butter vorentscheidend vom Brot nehmen. So musste man sich zur Pause mit einem Rückstand von acht Toren auseinandersetzen.

 

Die zweite Halbzeit brachte dann etwas Besserung, was aber wohl auch den Personalwechseln des Gegners geschuldet war. Die Seen Tigers spielten ihr Spiel relativ routiniert runter, konnten aber auch nicht verbergen, dass auch sie keine Verletzungen ertragen, wollen sie wirklich kommende Saison eine Liga höher spielen. Der HCE spielte munter mit, verpasste es aber mehrmals näher an den Gegner ranzukommen. Zweimal verfehlte man das leere Tor, was allerdings auch Handballprofis immer wieder passiert. Der HCE konnte nicht mehr auf den Platz bringen, und die Seen Tigers wollten nicht mehr auf den Platz bringen. In etwa so kann man die zweiten dreissig Minuten zusammenfassen. Der HCE verlor die zweite Halbzeit mit zwei Toren Unterschied, was schlussendlich in einer klaren Niederlage von zehn Toren Minus endete. Ein Spiel, welches man sicher verlieren darf, war somit Geschichte und zeigte dem HCE klar auf, wo man noch Baustellen hat. Speziell die Verteidigung offenbarte grösste Mängel. Ob diese auf die krankheitsbedingte Absenz von Attila Jarosi zurückzuführen ist, oder auf sonstige Abspracheprobleme, wird man spätestens am kommenden Samstag sehen. Gegen den 2. Liga Aufsteiger TV Unterstrass wird es mit einer vergleichbaren Deckungsleistung kaum zu Punkten reichen. Das Team wird die Woche nutzen, um zu arbeiten. Will man eine Chance auf die Finalrunde haben, muss man ohne Wenn und Aber bereit sein, und die zwei Punkte in Einsiedeln behalten.

 Sporthalle Einsiedeln – 100 Zuschauer

SR: Eberhard Cyrill, Lanz Kevin

 HC Einsiedeln: Theo Ulrich (1.-15.)/ Roman Achermann (16.-60.); Elias Rothlin, Fabian Reichmuth, Christoph Sutter (1), Manuel Horat (2), Janis Grisanovs (3), Daniel Varga (10), Daniel Schmid, Michael Schmid, Kevin Enz (6), Lukas Schönbächler (2), Roland Sandor (5), Christian Maag (1)

Bemerkungen: HCE ohne Markus Bösch (verletzt), Attila Jarosi (krank), Michael Schmid (nicht eingesetzt), verletzungsbedingter Ausfall von Daniel Schmid in der ersten Halbzeit

Foto: Zehn Tore von Daniel Varga nützten nichts um gegen einen starken Gegner zu bestehen