Damen: Charaktertest knapp bestanden


SG Volketswil/Dübendorf – HC Einsiedeln 31:32 Ob es die ersten Anzeichen der Fasnacht sind, oder aber der glorreiche Auftritt im Cup, zwei Tage zuvor? Schwierig abzuschätzen. Die Damen setzen sich am Schluss knapp aber nicht unverdient gegen die SG Volketswil/Dübendorf durch. Ein sehr knapper Sieg, welcher für die zuletzt stark verwöhnten Damen, auch ein wichtiges Zeichen für die kommenden Spiele sein wird.

Der Start in die Partie gelang mühelos und mit den bekannten Stärken. Schnelles Umschalten in der Verteidigung und eine agile Deckung, die nur wenig zuliess, bewirkten, dass der HCE nach zehn Minuten bereits fünf Tore im Vorsprung lag. Alles nahm seinen gewohnten Lauf, was aber im Anschluss betrachtet Gift war. Flügelrakete Simone Trütsch zog sich eine Rückenverletzung zu und musste das Spiel von der Bank aus betrachten. Dies als Grund für die anschliessende Tortur anzuschauen, würde es zu einfach machen. Sie wurde im Anschluss von der jungen Vreni Pfyl gut ersetzt. Die Damen waren sich ihrer Sache einfach viel zu sicher. Der Gegner roch den Braten, und zeigte nun viel Selbstvertrauen. Abschlüsse aus allen Lagen fanden den Weg ins Tor des HCE, welcher sich schwer tat, den Schalter umzudrehen. Zur Pause war das Spiel nicht entschieden, sondern das Momentum eher auf Seiten der Zürcherinnen, welche sich einen angemessenen Spielstand mit sehr viel Einsatz verdient hatten.

Der HCE bemerkte zur Pause, dass vieles schief läuft, was ansonsten als Stärke ausgelegt werden kann. Das Ziel war eindeutig und offensichtlich. Es mussten nun die einfachen Tore auch gemacht werden. In Halbzeit Eins liess man viel zu viele solche Möglichkeiten verstreichen, welche das Spiel wohl bereits zugunsten des HCE entschieden hätten. Mit einer positiven Einstellung, war es das Ziel, nun dem Spiel den Stempel aufzudrücken. Der HCE kam aus der Garderobe und erzielte schnell ein paar einfache Tore. Wieder hatte man das Gefühl, das Spiel nimmt seinen erwarteten Lauf. Doch auch jetzt verfiel man wieder in das alte Fahrwasser. In der Verteidigung fehlte zusehends die Abstimmung und im Angriff häuften sich unübliches Fehlverhalten fast im Minutentakt. Die falsche Sicherheit zog sich nun durch das ganze Spiel. Der HCE wechselte in der Verteidigung zu oft sein System, und strahlte damit wohl auch Unsicherheit aus. Die Zürcherinnen schossen weiterhin aus allen Lagen und hatten dabei auch das Glück des Tüchtigen, welches sie sich auch verdient hatten. Der HCE liess weiterhin gute Chancen liegen und schlitterte in eine unnötig spannende Schlussphase. Auf der Einsiedler Seite musste man bemerken, dass man mit dieser Situation nicht mehr gross vertraut war. Es schlug nun definitiv die Stunde des Charaktertests. Es zeigte sich nun, dass man nur mit rigorosem Einsatz in der Verteidigung, das Spiel noch gewinnen konnte. So kam es dann auch. Man eroberte sich in der Verteidigung den Ball und erzielte eine Minute vor Schluss den Siegtretter. Die Zürcherinnen versuchten im Gegenzug noch einmal ein Tor zu erzielen, fanden aber kein Mittel mehr. Der HCE seinerseits zeigte nach einem Timeout taktische Raffinesse und brachte das Spiel siegreich über die Runden.

Ob man sich nun darüber ausfallend freuen musste, oder aber fast ein wenig Mitleid mit dem Abstiegskandidaten haben musste? Es war eine Mischung von allem. Klar ist, dass der HCE trotz ungewöhnlich schwacher Vorstellung, nie im Rückstand lag und somit am Schluss auch verdient den Sieg abholte. Rückwirkend betrachtet, wird dieses Spiel wohl auch den richtigen Input für die letzten Spiele liefern. Nur mit dem unbedingten Siegeswillen wird man die restlichen Spiele gewinnen. Somit kann man wenigstens etwas positives mitnehmen.

 

HC Einsiedeln: Stefanie Horat; Jolanda Schädler, Karin Huser, Kathrin Füchslin, Patricia Ruhstaller, Laura Vechiu, Vreni Pfyl, Martina Lütscher, Rebekka Rothlin, Jacqueline Hasler-Petrig, Angela Villiger, Simone Trütsch