1. Liga Herren: Einsiedeln beendet Saison mit Niederlage


Einsiedeln hatte sich fürs letzte Spiel eigentlich noch eine Rangverbesserung vorgenom-men. Nach 30 Minuten lagen die Schwyzer im Fahrplan, mussten dann aber doch die Nieder-lage einstecken. Die Partie war wie ein Spiegelbild der gesamten Saison.

Es war die eigentliche Spitzenpartie der letzten Runde der Meisterschaft 2016/2017. Der dritte HC Einsiedeln empfing den zweiten Pfader Neuhausen. Die Schaffhauser haben eine äusserst erfolgreiche Rückrunde hinter sich, in der sie noch keine Punkte verloren haben. Für beide Teams gings quasi noch um die goldene Ananas – um Rang 2, der eigentlich nichts bringt, aber halt doch besser aussieht als Rang 3. Daher starteten beide konzentriert in die Partie. Wie erwartet glückte der Start den Gästen etwas besser. Einsiedeln liess sich aber nicht aus dem Konzept bringen und lag nach 10 Minuten mit 7:5 in Führung. Die nächsten 10 Zeigerumdrehungen verliefen ausgeglichen. Auffallend waren einmal mehr die zahlreichen Treffer die auf beiden Seiten fielen. Das letzte Drittel der ersten Hälfte stand das Heimteam dann etwas offensiver was zahlreiche Ballgewinne ermöglichte. Innerhalb 4 Minuten zogen die Schwyzer vom 12:12 bis zum 18:12 davon. Da zeigte das Team endlich mal wieder was eigentlich in ihm steckt. Aggressive Deckung wäre halt schon ein sehr guter Schlüssel für ein erfolgreiches Handballspiel. Ganz so leicht liessen sich die Gäste dann doch nicht überrumpeln und hielten den Rückstand bis zur Pause in Grenzen. Beim Stand von 21:16 wurden so die Seiten gewechselt.

 

Sich leider aus dem Konzept bringen lassen

Viele Treffer und eine nicht gerade überzeugende Deckungsleistung – das hat man vom HC Einsiedeln in der abgelaufenen Meisterschaft doch einige Male gesehen. Es sollte leider auch gegen Pfader Neuhausen nicht anders sein. Die Schaffhauser stellen sich ziemlich schnell auf die HCE Abwehr ein und profitierten auch von den Fehlwürfen den Heimteams und verringerten den Abstand etwas. Ein Umschwung brachte sicher auch der Torhüterwechsel der Gäste. Klieber zeigte doch einige spektakuläre Paraden, profitierte aber auch von den nicht gerade perfekten Abschlüssen der Einsiedler. Da zu den nicht genutzten Möglichkeiten plötzlich auch noch technische Fehler kamen, holte der Gegner Tor um Tor auf. Auch das Time-Out nach 43 Minuten brachte keine Veränderung auf Seiten der Schwyzer. Man liess sich von den Schiedsrichtern, welche während der ganzen Partie keinen roten Faden reinbrachten, aus dem Konzept bringen. Drei weitere Fehlwürfe später lagen die Pfader zum ersten Male seit langem in Führung. Da es Einsiedeln nicht gelang hinten mehr Druck aufzubauen, pendelte sich der Rückstand bei 3-4 Treffern ein. Zwei Strafen in Serie gegen die Gäste brachte doch noch die Hoffnung zurück. Beim 35:37 war das Heimteam im Angriff und hätte den Anschlusstreffer erzielen können. Der Pass an den freistehenden Kreis wurde zwar regelwidrig verhindert, doch der Pfiff blieb (erneut) aus. Im Gegenangriff kam er dann und wurde zusätzlich noch mit einer Strafe gegen Betschart belegt. Dies war dann auch der endgültige Genickbruch für den HC Einsiedeln.

 

Gutes Spiel, aber…

…nicht durchgezogen. So könnte man auch die Begegnung Einsiedeln gegen Pfader Neuhausen beschreiben. Oder eben auch die ganze Meisterschaft. Der HCE hatte in der Saison 16/17 zweifelslos eine gute Mannschaft. Einige Male sogar eine sehr gute. Doch leider gelang es zu selten dieses Potential auch wirklich im Spiel abzurufen. Gründe gibt es verschiedene. Einerseits ist hier sicherlich die Konstanz in der Deckung zu erwähnen. Andererseits die teilweise fehlende Führung auf der Bank, die sich dann auch auf dem Spielfeld bemerkbar machte. Als dritten Grund ist sicherlich auch der schmale Kader zu erwähnen. Selten konnte man im Training ein richtiges Handballspiel 7:7 aufziehen. Trotz allen Widrigkeiten blieb der HCE leider doch einige Male unter den eigenen Möglichkeiten und Ansprüchen. Hätte man diese öfters abrufen können, hätte man ziemlich sicher auch die Finalrunde erreicht. Hätte, hätte Fahrradkette. Positiv hervorzuheben ist aber sicher die junge Garde, die einen grossen Schritt vorwärts gemacht haben. Dies gilt eigentlich für alle, was doch ein Versprechen für die Zukunft ist. Leider muss Einsiedeln aber auch zwei tolle Spieler verabschieden. Mit Pleta und Vorobjovas verlassen die beiden Litauer den Verein. Pleta zieht es in die zweite französische Liga während der Weg von Vorobjovas vermutlich eine Liga höher in der Schweiz spielen wird. Für nächste Saison gilt es diese beiden zu ersetzen. Und wie das bei Einsiedeln so ist, laufen die Gespräche mit potentiellen Spielern und weiterem Staff noch. Als Abschluss darf ja Einsiedeln dann auch noch nach Genf reisen für das Cupspiel der kommenden Meisterschaft. Dort trifft man erneut auf Servette. Die Begegnung startet vermutlich direkt zum Trainingsbeginn der nächsten Saison.

 

Telegramm

Handball 1. Liga:

HC Einsiedeln – Pfader Neuhausen 35:39 (21:16)

SR Bienz Christian, Stolley Marcus

Zuschauer: 50

 

Einsiedeln mit:

Theo Ulrich, Roman Achermann

Raphael Burkard, Elias Rothlin, Janis Grisanovs (4), Manuel Horat (2), Skirmantas Pleta (13/4), Daniel Schmid (8), Michael Schmid, Manuel Kälin, Lukas Schönbächler (1), Daniel Varga, Edvinas Vorbojovas (5), Martin Betschart (2).