1. Liga Herren: Starkes Comeback bringt Sieg gegen Leader Wohlen


Die Einsiedler Handballer waren am vergangenen Samstag beim klaren Leader Wohlen zu Gast. Gegen die Aargauer startete der HCE verhalten, um dann erst richtig aufzudrehen. Mit dem verdienten Sieg bleiben die Schwyzer auch im 6. Spiel in Serie ungeschlagen.

Mit dem starken Auftritt am Mittwoch zuvor gegen GC/Amicitia erarbeitete sich der HC Einsiedeln eine gute Ausgangslage für die Qualifikation der Finalrunde. Damit man diese weiter verbessern konnte, wollte man natürlich auch in Wohlen etwas holen. Die Aargauer gingen als Leader trotzdem als Favorit ins Spiel, hatten sie doch erst einmal verloren (2. Spieltag). Das Spiel begann für Einsiedeln nicht wie erwünscht. In der Verteidigung waren die Spieler noch nicht richtig bereit die nötige Aggressivität auf den Gegner wirken zu lassen. Diese nutzen ihre Freiheiten gut aus und gingen schnell mit zwei Treffern in Führung. Vor allem die Absprache in der Mitte oder Halb-Mitte schien bei den Gästen noch nicht ganz zu stimmen. So hatte Wohlen teilweise schon fast leichtes Spiel, um zu ihren Toren zu kommen. So zeigten die ersten Minuten in der Hofmatten in Wohlen ihr gewohntes Bild. Starkes Auftreten des Leaders und der Gegner versucht dagegen zu halten. Die Klosterdörfler spielten in der Startphase stark über den Kreis, der viele Freiheiten genoss. Als dieser etwas besser abgeschirmt wurde, hatten automatisch auch seine Mittspieler im Rückraum etwas mehr Platz. Nach 16 gespielten Minuten betrug der Abstand bereits 4 Treffer (12:8). Als auch noch Spielertrainer Betschart mit einer 2 Minuten Strafe belegt wurde, musste man schon schlimmes ahnen. Doch statt noch weiter ins Hintertreffen zu gelangen, ging ein Ruck durch die Reihen der Schwyzer. Vorobjovas nahm sein Herz in die Hand und erzielte gleich zwei Treffer im Box-Play. Da Wohlen statt weiter davon zu ziehen plötzlich nicht mehr viel gelingen wollte, erzielte Horat für Minuten später den Anschluss Treffer. Noch stemmte sich das Heimteam gegen den Ausgleich, doch Grisanovs mit dem 14:14 stellte vier Minuten vor der Pause doch noch her. Da gleichzeitig noch eine Zeitstrafe gegen die Aargauer verhängt wurde, spielte nun Einsiedeln zum ersten Mal in Überzahl. Diese ergänzten Wohlen jeweils mit einem zusätzlichen Feldspieler, der für den Torhüter eingewechselt wurde. Ulrich, der nach seiner Krankheit wieder den Kasten hütete, gelang eine Parade und statt seine Vorderleute anzuspielen warf er den Ball direkt ins verwaiste Tor zur ersten Führung der Gäste. Grisanovs und 2mal Pleta vergrösserten diese mit einem tollen Schlussfurioso bis zur Pause auf 14:18.

 

Hadern mit den Schiedsrichtern

Einsiedeln startete den zweiten Umgang mit einer Überzahl und nutzte diese mehr schlecht als recht. Zwei Fehlwürfe gestatteten dem Heimteam wieder etwas aufzuschliessen. Die Wende sollte aber nicht kommen. Die Schwyzer hielten gekonnt dagegen und nutzen 2 technische Fehler des Gegners, um zum ersten Mal mit 5 Treffern vor zu legen. Anschliessend verlief die Partie einige Minuten ausgeglichen. In der 40. Minute erhielt Wohlen's Stierli seine erste Strafe wegen Meckerns. Statt diese Phase wiederum gekonnt auszunutzen, schaltete Einsiedeln einen Gang zurück, da man wohl annahm, dass es nun von alleine laufen sollte. Doch da sollte sich das Team gewaltig irren. Wohlen scorte gleich mal vom 7-Meter Punkt. Da die Gäste im Angriff eine schöne Kombination wegen einem schlechten Zuspiel nicht abschliessen konnte, musste man den Ball wiederum dem Gegner zugestehen lassen. Der HCE war dann im gleichen Angriff 2mal einen Schritt zu spät, was nach dem Treffer zum 21:25 durch Frey nochmals etwas Spannung aufkommen liess. Doch wiederum Vorobjovas (der heute Mr. Shorthander war) erhöhte für seine Farben. Da sich Wohlen die letzte viertel Stunde mehrmals mit Strafen, davon 3mal durch Reklamieren, selber schwächte, schaukelte Einsiedeln das Ding mehr oder weniger gekonnt nach Hause. Wenn man noch das Haar in der Suppe suchen wollte, hätte man in den Schlussminuten durchaus das Vermissen der vorhin gezeigten Stabilität in der Deckung sowie die Kaltschnäuzigkeit im Angriff bemängeln können. Doch da Einsiedeln beim starken Leader zu Gast war, war das Team um Aushilfscoach Marco Tschannen nach 60 Minuten über den 29:35 Sieg mehr als erfreut.

 

Schlag auf Schlag

Die zweite Heimniederlage und somit der Sieg für Einsiedeln hilft den Schwyzer in der Tabelle natürlich enorm. Da das Resultat der 11 Runde von GC/Ami (gegen Uster) erst nach Redaktionsschluss eintreffen wird, liegt der HCE aktuell 4 Punkte vor den Zürchern. Je nach Resultat in dieser Partie wären zwei weitere Punkte im nächsten Spiel der Einsiedler gegen den TV Muri bereits einen sehr grossen Schritt Richtung Finalrunde. Doch auch beim nächsten Spiel gegen das zweite Freiämter Team in dieser 1. Liga Gruppe wird sehr schwer. Muri war die letzte Mannschaft, die Einsiedeln in die Knie zwingen konnte. Im Auswärtsspiel traten die Schwyzer geschwächt an, den Grisanovs und Varga liefen damals nicht mit der gewohnten Taktfrequenz und Vorobjovas fehlte aufgrund seines Einsatzes mit Wädenswil ganz. Am kommenden Samstag dürften aber alle Kräfte bis auf die Langzeitverletzten mit von der Partie sein. Gegen die pfeilschnellen und immer wieder schnell spielenden Murianer werden die Schwyzer auf eine harte Probe gestellt werden. Klares Ziel müssen gezielte Angriffe und wenig Fehler sein, damit man dem TV Muri möglichst wenig schnelle Gegenstösse zugestehen kann. Dann kann es auch mit dem 7ten Streich in Folge klappen. Das letzte Heimspiel vor der Weihnachtspause startet um 16.45 Uhr. Auf zahlreiches Publikum hofft der HCE, da vorher und nachher auch noch das Herren 2 sowie die Damen im Einsatz stehen werden.

 

Telegramm

Handball 1. Liga:

Handball Wohlen - HC Einsiedeln 29:35 (14:18)

SR Hlubovic, Kappeler

Zuschauer: 100

 

Einsiedeln mit:

Theo Ulrich (2 Tore), Roman Achermann

Carlo Beyer (1), Janis Grisanovs (12/5), Skirmantas Pleta (7), Michael Schmid, Daniel Varga (2), Daniel Schmid,  Lukas Schönbächler, Manuel Horat (1), Edvinas Vorobjovas (5), Martin Betschart (5).

Manuel Kälin, Raphael Burkard (nicht eingesetzt)