Herren 1. Liga: Verdienter Sieg gegen starkes GC / Amicitia


Obwohl die Vorzeichen nicht sonderlich gut für den HC Einsiedeln stand, gingen sie gegen ein mit NLB und NLA Spieler gespicktes Team aus Zürich verdient als Sieger vom Platz. Mit dem Sieg liegen die Einsiedler erstmals seit langem auf einem Finalrundenplatz.

Am Mittwochmorgen ahnte Trainer Betschart bereits böses. Im Teaminternen Ab- und Anmeldetool waren bereits zwei Torhüter als abwesend eingetragen. Junioren Torhüter Michael Rüegg hatte eine wichtige Weihnachtsmusikprobe und Roman Achermann (zuletzt mit einer starken Leistung gegen Volketswil) spürte noch die Nachwehen von einem Trainingsunfall vom Montag. Als sich auch noch Stammhüter Ulrich wegen kotzüblen Beschwerden abmelden musste, stand die Mannschaft plötzlich ohne Torwart da. Zum Glück konnte Rüegg die Probe etwas verschieben resp. verkürzen, so dass er auf die Besprechung hin zum Spiel stossen konnte. Ergänzt wurde er verdankender Weise durch Roger Schönbächler, ein Altbekannter in der 1. Mannschaft des HC Einsiedeln. Für die Vorderleute hiess es trotzdem noch solidarischer aufzutreten als sonst (und besonders zuletzt). Kurz vor Neun pfiffen die Unparteiischen das Spiel an und dem HCE gelang gleich die Führung. Mit einer ersten Parade (Fangball!) von Rüegg glückte auch Hinten der Beginn erfolgreich. Anschliessend bekundete der Innenblock zwar noch etwas Mühe mit dem Spiel der Zürcher, so dass sich ein ausgeglichenes Spiel entwickelte. Da man aber im Angriff immer gefährlich agieren konnte, lag man doch nie in Rückstand. Viel Kampf und Wille war bereits in dieser Phase auf Seiten des Heimteams spürbar. Obwohl nicht immer alles wie gewünscht funktionierte, zogen alle am gleichen Strick und machten so den Gästen das Leben schwer. Auch Nachwuchshoffnung Rüegg im Tor zeigte eine starke Leistung und tat so das seinige zum Spiel bei. Mitte der ersten Hälfte ging Einsiedeln zum ersten Mal mit drei Treffern in Führung. Eine erste Strafe gegen die Schwyzer nutze GC/Amicitia gekonnt aus und erzielte kurz darauf wieder den Anschlusstreffer. Einsiedeln liess sich aber nicht lange bitten und stellte den alten Abstand schnell wieder her. Die Schlussphase des ersten Umgangs verlief mehrheitlich ausgeglichen und so ging's beim Stand von 18:14 nach dem letzten Treffer durch Vorobjovas in die Kabinen. Der HCE konnte mit dem gezeigten meistens sehr zufrieden sein.

 

Spannende und intensive zweite Hälfte

Der Start nach dem Pausentee gelang den Gästen minim besser. Sie konnten schnell einen Treffer verkürzen. Eine hart gepfiffene Strafe gegen die Zürcher, die den betroffenen Spieler derart in Rage brachte, dass er gleich noch eine zusätzliche erhielt, spielte dann wieder dem Heimteam in die Karten. Pleta stellte in der 35. Minuten zum ersten Mal den Vorsprung von fünf Treffern her. In dieser Phase hätte aber mehr drin legen müssen. Einsiedeln zeigte in der vierminütigen Überzahl erstmals einige Schwächen sonst hätte man hier den Abstand deutlicher gestalten müssen. So blieb das Geschehen spannend und Zürich blieb in der Partie. GC/Ami spielte vor dem letzten Viertel besser als der HCE und so konnten sie in der 44. Minute wieder bis auf 2 Treffer zum 23:21 herankommen. Grisanovs (Einsiedelns Tormaschine vom Mittwoch – 13 Treffer) skorte dann doppelt und zwang den Gästetrainer zu seinem Time-Out. Noch zu spielen waren zu diesem Zeitpunkt genau 14 Minuten. Spannend und nervenaufreibend ging es dann in die Schlussphase in der die Zürcher langsam aber sicher von der Müdigkeit der Einsiedler profitieren konnten. Sechs Minuten vor dem Abpfiff konnten sie von Aussen den Anschlusstreffer erzielen. Einsiedeln agierte dann im Angriff etwas zu wenig abgebrüht und musste wegen zwei technischen Fehlern dem Gegner den Ball zugestehen. Dies hatte zur Folge, dass es nach 58:12 Spielzeit beim Stand von 31:31 durch Pospisil wieder bei Null beginnen konnte. Da die nächsten beiden Angriffe ohne Tor blieben, gelang Pleta 30 Sekunden vor Schluss der letzte Treffer der Partie zum 32:31. Aggressiv und kompakt überstand der HCE das letzte Angriffsfeuerwerk der Gäste. Der letzte Freistoss von Halblinks ging zum Glück für Einsiedeln neben das Tor und das Heimteam konnte sich von den lautstarken Fans und sich selber feiern lassen.

 

Müde aber glücklich

Trainer Betschart gab vor dem Spiel folgendes zu Protokoll: "Heute wird jenes Team gewinnen, das den Sieg mehr will". Der Wille war dann wirklich auch das entscheidende in dieser Partie. Mit Solidarität und gemeinsamem Kampf konnte der HCE ein starkes GC/Amicitia in die Knie zwingen. Ein GC/Amicitia das wohlverstanden mit einigen NLA und NLB Spielern gespickt nach Einsiedeln gereist ist und unbedingt gewinnen wollte. Der permanente Druck der Gäste verhinderte für einmal grosszügige Spielerwechsel beim HCE. Da man aber bereits am Samstag den nächsten Ernstkampf gegen Leader Wohlen zu bestreiten hat, dürfen diese Kräfte dann wieder mehr zum Einsatz kommen und den Anderen Erholungszeit gönnen. Doch zuerst darf sich Einsiedeln über den fünften Sieg in Folge freuen was gleichbedeutend mit dem Sprung über den Strick ist. Besonders zu erwähnen sind natürlich Topskorer Grisanovs und Pleta. Aber der eigentliche Winner des Spiels war der junge Rüegg im Tor von Einsiedeln.

 

Zum Foto (Urs Sigg):

Rüegg (Nr. 12) zeigte in seinem ersten Einsatz über 60 Minuten eine starke Leistung

 

Telegramm

Handball 1. Liga:

HC Einsiedeln – GC / Amicitia 32:31 (18:14)

SR Schlegel, Steiner

Zuschauer: 58

 

Einsiedeln mit:

Michael Rüegg, Roger Schönbächler (nicht eingesetzt)

Carlo Beyer, Janis Grisanovs (13/5), Skirmantas Pleta (8), Michael Schmid (1), Daniel Varga (3), Lukas Schönbächler, Manuel Horat (1), Edvinas Vorobjovas (2), Manuel Kälin, Martin Betschart (4).

Daniel Schmid, Raphael Burkard (nicht eingesetzt)