Herren 1. Liga: War das ein Warnschuss vor den Bug?


Nachdem der HC Einsiedeln zuletzt 2mal tolle Vorstellungen in der eigenen Halle abliefern konnte, stockte das Triebwerk der Schwyzer gegen den SC Volketswil teileweise gewaltig. Die Zürcher spielten lange gut und kamen trotz 6 Tore Rückstand dem HCE nochmals gefährlich nahe.

Seit Ende Oktober ist Einsiedeln in der Meisterschaft siegreich. Diese Serie wollten die Handballer natürlich auch gegen den Vorletzten Volketswil halten. Im Hinspiel lief das Spiel lange an den Schwyzern vorbei und man behielt das bessere Ende etwas glücklich in den eigenen Reihen. Die Deckung war damals etwas zu passiv und funktionierte eigentlich nur während 15 Minuten richtig gut. Der Plan für die Rückrunde war schnell gefasst. Eine stabilere Verteidigung soll schnelle Gegenstösse ermöglichen und den Gegner unter Druck setzen. Der Start verlief dann aber ausgeglichen. Vorne liess man einige gute Möglichkeiten liegen und hinten fehlte noch die nötige Aggressivität. Diese liess das Team ziemlich lange missen. Auch Ulrich im Tor wollte für einmal nicht so viel wie üblich gelingen. Die Verletzung vom vergangenen Wochenende behinderte ihn wohl doch etwas mehr als erhofft. So rieben sich die Zuschauer nach den ersten Spielminuten schon etwas verwundert die Augen, denn die Gäste lagen eigentlich immer in Führung. Es war definitiv eine andere Partie als die letzten zwei Vorstellungen. Nach einem Viertel der Spielzeit betrug der Vorsprung doch schon 4 Treffer, was definitiv nicht zum Game-Plan gehörte. Endlich lief es hinten aber in den kommenden Minuten etwas besser, sodass Einsiedeln vermehrt zu einfachen Toren kam. Kurz vor dem Seitenwechsel gelang es dann auch Pleta und später Vorobjovas den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch mit dem Pausenstand von 15:16 durften nur die Volketswiler zufrieden sein. Einsiedeln hatte sich das definitiv anders vorgestellt.

 

Nach gutem Spiel doch noch gezittert

Nach dem Pausentee wollte das Team sich verbessert auf dem Parket präsentieren. Doch ein technischer Fehler, eine doppelte Unterzahl und ein Fehlwurf liessen auf nichts Gutes hoffen. Da aber auch Volketswil noch nicht heiss gelaufen war, konnten sie zum Glück die numerische Überzahl nicht ausnutzen. So schaffte Einsiedeln nach 36. Minuten den Ausgleich zum 17:17 durch Janis Grisanovs. Es sollten nun die Minuten des Letten werden. Er erzielte gleich 5 Treffer in genau sechs Minuten und brachte seine Farben zum ersten Mal richtig in Führung. Der richtige Zwischenspurt kam aber nach 2/3 der Spielzeit. Innert sieben Minuten vergrösserten die Einsiedler den Abstand auf sechs Treffer. Zu diesem Zeitpunkt stand es 27:21. Neun Minuten vor dem Ende war der Vorsprung immer noch derselbe. Eine Umstellung in der Deckung der Gäste machte das Heimteam nochmals ziemlich nervös. Statt das Spiel ruhig und gezielt vorzutragen, wollte man oft mit dem Kopf durch die Wand oder man versiebte beste Chancen. Wie der HCE vorher spielte nun Volketswil gross auf und konnte den Rückstand innert sieben Minuten dank eines Nachschusses nach einem 7-Meter Wurf ausgleichen. Im Gegenzug spielte Pleta gekonnt Spielertrainer Betschart am Kreis frei, der nicht nur das Tor erzielen konnte, sondern holte auch noch eine Strafe raus, da er am Wurf regelwidrig gehindert wurde. Eine Minute 30 Sekunden Restspielzeit stand auf der Anzeigetafel. Nachdem Ulrich den nächsten Angriff der Gäste noch parieren konnte, schien das Ding gelaufen. Doch ein vertändelter Ball 20 Sekunden vor der Sirene brachte Volketswil nochmals in den Angriff. Sie versuchten ihr Glück sogar mit einem zusätzlichen Feldspieler. Nach einer unübersichtlichen Aktion in den Schlusssekunden die die Schiedsrichter laufen liessen, schnappte sich wiederum Betschart das Leder und warf es kurz vor dem Ende ins verwaiste Tor zum 30:28. Ein knappes Resultat gegen ein gut aufspielendes Volketswil.

 

Leistungssteigerung von Nöten

Es gab nach dem Spiel nicht wirklich viel womit Einsiedeln richtig zufrieden sein konnte. Die zwei weiteren Punkte auf dem Konto sind aber sicher das Wichtigste. Auch Achermann im Tor und Burkard in der Deckung und am Kreis (2 Spieler die noch nicht so viel Einsatzzeit hatten) erledigten ihre Arbeit gut. Schönbächler auf Aussen agierte in der Verteidigung wieder mal als „Panzer“ und stellte seine Gegenspieler vor nicht lösbare Aufgaben. Wie er hinten agiert, sollten es eigentlich alle tun. Aber Sieg ist Sieg und wenn man auch die Spiele mit bescheidenen Leistungen gewinnt, zeichnet das eine gewisse Klasse aus. Danken möchte der Verein noch den vielen Kinder, die nach ihrem Tagestraining noch in der Halle blieben, um die Spieler lautstark anzufeuern. 

 Zum Foto (Urs Sigg):

Janis Grisanovs mit starker zweiten Hälfte

 

Telegramm

Handball 1. Liga:

HC Einsiedeln – SC Volketswil 30:28 (15:16)

SR Baggenstos, Lütolf

Zuschauer: 97

 

Einsiedeln mit:

Theo Ulrich, Roman Achermann

Janis Grisanovs (5), Skirmantas Pleta (5), Daniel Schmid (2), Lukas Schönbächler (2), Daniel Varga (4), Manuel Kälin (1), Elias Rothlin, Raphael Burkard (2), Edvinas Vorbojovas (3), Martin Betschart (6).